Unterwegs auf flinken Rollen

Die Popularität des Inlineskatens hat sich so weit entwickelt, dass sich heute Tausende zu Skatenights, Skatertreffs und Marathons in der ganzen Welt begegnen. Der Spaßfaktor kann den Einen oder Anderen auch schon mal süchtig machen. Die Techniktrends, ob nun 3, 4 oder 5 Rollen oder 80 mm bis mittlerweile 130 mm Rollendurchmesser sind dann nur als Evolution (mit ihren eigenen Vor- und Nachteilen) zu verstehen und bilden im Prinzip nur die stetige Suche nach dem perfekten Skate ab.

Trotzdem, oder gerade deswegen ist das Inlineskaten eine überaus gesunde Sportart, vorausgesetzt man beherrscht einige Grundtechniken. Damit sind nichts weiter als Bremsen, Fallen und Kurven fahren gemeint. Zur eigenen Sicherheit sind die Protektoren für Knie, Hände und Ellenbogen sowie der Helm in unseren Augen selbstverständlich.

Fitness und Gesundheit

In Sachen Fitness kannst du deinem Körper fast nichts Besseres tun. Der ganze Körper ist in das Inlineskaten involviert. Dazu kommt die Bewegung in der Natur und an der frischen Luft. Die Figur wird sich freuen – gerade die Problemzonen (Bauch, Beine und Po :-).
Das Fitness-Skaten ist daher eine Sportart mit einem hohen Gesundheitspotenzial. Das Kardiosystem wird trainiert, der gesamte Bewegungsapparat gekräftigt und das Gleichgewichtsvermögen gesteigert. Das alles geschieht in Gelenk schonender Art, weil der Bewegungsablauf gleitend ist und der Körper kaum eine Stoßbelastung wie z.B. beim Joggen erfährt.

Geschichte Einst

Dass das Inlineskaten seinen Ursprung im Eislaufen hat, ist wohl kaum von der Hand zu weisen. Somit kann man sagen, dass alles ca. 1000 v. Chr. begann, als man Knochen unter die Schuhe gebunden hat, um leichter über’s Eis zu laufen. Bis dann im 16. Jahrhundert das Schlittschuhlaufen in Holland, England und Frankreich populär wurde, sollten aber noch einige 100 Jahre vergehen.

1760 war es der Belgier Jean-Joseph Merlin, der zum ersten Mal Metallrädchen an seine Kufen baute. Somit war er es wohl, der die ersten “InLines” entwickelte. 1819 wurde das erste Patent für Rollschuhe eintragen – die Petitbled. Es brauchte aber noch einige Weiterentwicklungen mehr, wie z.B. Hartgummirollen, die Bremse und nicht zuletzt die Kugellager.

Rollschuhmodell um 1898
Von Yesterdays Antique Motorcycles en Classic Motorcycle Archive, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2952581

Mit jedem weiteren Schritt wuchs die Popularität, bis in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein beliebtes Freizeitvergnügen entstanden war. Rollerbahnen und Rollerdiscos waren angesagt und im Musical Starlight Express kamen die Rollschuhe weltweit auf die ganz große Bühne.

Im Jahr 1979 wurde dann auch die Idee der Inlineskates noch einmal aufgenommen und zum Erfolg geführt. Der Eishockeyspieler Scott Olson fand auf einem Trödelmarkt einen alten Inlineskate, der sich damals nicht durchsetzen konnte. Das war die Vorlage für den modernen Inlineskate. Mit seinem Bruder gründete er die Firma Rollerblade, aber erst mit dem Verkauf der Firma im Jahr 1984 und einer weiteren Entwicklungsstufe gelang der Durchbruch. Heute gehört die Marke Rollerblade zur italienischen Tecnicagroup und zählt zu den Marktführern im Skatesport.

Geschichte Heute

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von Gobierno de la Ciudad de Buenos Aires from Ciudad Autónoma de Buenos Aires, Argentina (Gimnasios al aire libre) [CC BY 2.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons

Bis zum Jahr 1992 holten die Inlineskates den Vorsprung der Rollschuhe auf und Inline-Skating und Roller-Skating wurden als verschiedene Sportarten etabliert. Mitte der 1990er Jahre schwappte das Inlineskaten aus der USA nach Deutschland und es wurden durch die International Inline Skating Association die ersten Trainer ausgebildet.

Im Jahr 1997 gingen beim Berlin-Marathon, dem deutschlandweit ersten City-Marathon mit einem Starterfeld für Inlineskater, die ersten Athleten und Freizeitskater an den Start. Seit 1999 entwickeln sich ganze Inline Cup Serien in Deutschland. Den World Inline Cup, also die weltweite Rennserie, gibt es seit 2000. Bis heute haben sich Cityläufe, Skatenights, Slalombattles uvm. etabliert und erfreuen sich auch im Breitensport großer Beliebtheit.

Das Inlineskaten ist heute neben dem Profisport eine Fitnesssportart für alle Altersgruppen. Über die Hockeyvariante haben sich viele weitere Möglichkeiten auf Rollen entwickelt. Inlinebasketball, Speedskaten, Freestyleskaten oder Rollkunstlauf, um nur einige zu nennen, die Vielfalt für Teamplayer, Einzelkämpfer oder Künstler kennt kaum Grenzen. Organisiert im Deutscher Rollsport und Inline-Verband (DRIV) werden alle deutschen Rollsportverbände als Mitglieder geführt und versucht, dem Rollsport im Allgemeinen Gehör und Gewicht zu verschaffen (wikipedia).