Gegründet aus der Not heraus. Es gab einfach zu wenige Anlaufstellen für den immer mehr nachgefragten Sport. Daher fanden sich 7 Interessierte und gründeten am 25. Januar 2005 den Skate- und Rollsportclub Berlin e.V. Der Rest ist Geschichte …

Die Geschichte des SRC Berlin – Ein Interview

Skati:

Immer wieder kommen Fragen zur Geschichte und Entwicklung des SRC Berlin  auf und ich habe mich heute mal mit dem vereinsVorsitzenden Frank Greiser verabredet, um etwas mehr zu erfahren. Und da ist er nun…
“Hi Frank! schön, dass du dich bereit erklärt hast, etwas zum SRC Berlin zu erzählen. Vielen Dank dafür…”

Frank:

“Guten Morgen, sehr gerne. Die Geschichte des Vereins Revue passieren zu lassen und zusammen zu fassen, ist auch für mich mal ganz interessant. Über Vieles denkt man nicht weiter nach und vielleicht lernt man ja auch was dazu. Ich bin jedenfalls auf deine Fragen gespannt.”

Skati:

“sehr schön. Na dann fangen wir gleich mal mit der ersten frage an, wenn es dir recht ist. wie ging es dEnn überhaupt los mit dem Skate- und Rollsportclub Berlin e.V.?”

Frank:

“Aus der Erinnerung (das wurde mir selbst auch nur so erzählt): Irgendwann 2002 oder 2003 (?) nahm sich der damalige Vorsitzende des IRVB (Inline- und Rollsportverband Berlin) dem aufkommenden Trend des Inlineskatens in Berlin an und veranstaltete mit ein paar Helfern und ein paar Leihskates als „Test“ ein freies Laufen für Interessierte im Eisstadion Lankwitz. Überrascht von einer enormen Nachfrage (es sollen an die 400 Leute gewesen sein – vermutlich aber eher 100, da ja Fische beim Angler mit jeder Erzählung auch immer größer werden 🙂 ) war der vergleichsweise bescheidene Leihpool schnell erschöpft und viele Interessenten mussten unverrichteter Dinge wieder von Dannen ziehen. Nach diesem immensen Zuspruch wurde der IRVB im Eisstadion Wilmersdorf als Inlineskateveranstalter tätig. Nach einiger Zeit und genug Erfahrungen wurde schnell klar, hier musste was geschehen, um den Sport in organisierte und geordnete Bahnen zu bringen.”

Skati:

“Und Dann wurde der Skate- und Rollsportclub e.V. (SRC Berlin) gegründet?”

Frank:

“Genau. Das geschah am 25. Januar 2005 und seitdem ist der SRC Berlin nicht mehr aus der Inlineskate-Landschaft Berlins weg zu denken. Über die Jahre baute sich ein enormes Know-how mit routinierten und leidenschaftlichen Trainern und begeisterten Mitglieder auf.

2010 haben z.B. ein paar Aktive auch einfach mal um die Ecke gedacht und nach einem Gespräch unter Sportlern auf der Familiensportmesse mit der Schützengilde Berlin Kooperation von 1433 und Charlottenburg 1903 e.V. den Grundstein für den Berliner Skatebiathlon gelegt. Mit inzwischen ca. 150 Teilnehmern findet der nun schon zum 9. Mal in diesem Jahr statt. Aber ich schweife ab…

Die Mitgliederzahlen des Vereins sind über die nun mehr als 12 Jahre beständig gestiegen, so dass wir aktuell ca. 100 Mitglieder haben, davon ungefähr zwei Drittel Kinder.

Daran erkennt man schon, dass das Trainieren der Jüngsten, was wir mit einem enormen Einsatz von Trainern und Helfern leisten, einen großen Stellenwert hat. Mittlerweile ist das sogar so erfolgreich und nachgefragt, dass wir 2017 eine eigene Gruppe von Kindern aufgebaut haben, die sich einzig des Spaßes wegen den Kinderwettkämpfen in Berlin stellen. Unser SRC-Kids-Team!

Skati:

“Aber warum denn der name “Skate- und Rollsportclub berlin e.V.”, wenn ihr nur Inlineskaten anbietet? das suggeriert doch den Rollsport allgemein oder?”

Frank:

“Tja, da sprichst du ein etwas problematisches Thema an. Bei der Vereinsgründung sollte ein Name verwendet werden, der mögliche zukünftigen Änderungen in der sportlichen Ausrichtung abfangen kann. Niemand konnte damals absehen, wie erfolgreich das Inlineskaten sein würde. Falls sich der Sport irgendwann mal “totgelaufen” haben sollte, könnte die sportliche Ausrichtung einfach geändert werden, ohne den Namen ändern zu müssen. Der damalige IRVB-Vorsitzende kam aus dem Rollkunstlauf, so wäre eine “Umorientierung” des SRC z.B. in diese Richtung ohne große Änderung möglich gewesen. Eine Idee mit Weitsicht, auch wenn es dadurch mitunter Irritationen gegeben hat und auch heute immer noch gibt. Wir versuchen das immer wieder herauszustellen. So soll die neue Webseite auch dazu beitragen, unseren Sport, das Inlineskaten, schärfer zu profilieren. Mal sehen, ob das klappt.”

Skati:

“Aber Gibt es denn nicht genug andere inlineSkate-vereine in Berlin?”

Frank:

“Ja sicher, diese sind aber mehrheitlich in der Ausrichtung Speedskaten tätig. Unser Angebot richtet sich allein an den Freizeitsportler, der nicht an Geschwindigkeit, sondern an Technik, Routine und damit einhergehenden Sicherheit interessiert sind. Alternative Angebote für das Freizeitskaten sind damals wie heute relativ überschaubar. Aber die unterschiedlichen Skatevereine arbeiten aktiv miteinander, so sind gemeinsame Veranstaltungen, die Nutzung derselben Trainingsfläche, kostenfreies Bereitstellen von Skates und Protektoren untereinander eher die Regel, als die Ausnahme. Insgesamt ist das Miteinander harmonisch und sportlich fair. Auch sind “heute mache ich mal beim Freestyleskaten mit” oder “ich gehe zum Inlinebasketball” bei anderen Vereinen nicht ungewöhnlich.

Skati:

“Okay, aber ihr fahrt doch bestimmt auch Wettkämpfe. Warum dann kein Speedskaten?”

Frank:

“Natürlich nehmen wir auch an Wettkämpfen teil und fördern das auch ganz gezielt, um unsere Mitglieder an die “Startlinie” zu stellen. Zumindest bei den Berliner Wettkämpfe sind immer SRCler in der Startaufstellung zu finden. Aber, wie schon gesagt, für das Speedskaten gibt es genug Anbieter. Warum also das nochmal erfinden? Der Freizeitsportler ist ja eher der, der sein Können spielerisch einsetzt. Der “klassische” Speedskater hat seine Präferenz in der Geschwindigkeit und nicht auf „Tanzen“ auf Skates. Wobei das nicht heißen soll, dass unsere Wettkampfteilnehmer nur vor sich hintrödeln. Da wird schon mit Ehrgeiz geskatet, aber eben nur, um seine persönlichen Bestzeiten zu erreichen.

Natürlich ergeben sich auch Berührungen bzw. Synergien. Es kommt durchaus vor, dass ein interessierter Anfänger bei uns die Basics erlernt und dann zum Speedskaten wechselt – nicht ungewöhnlich und auch vollkommen in Ordnung. Genauso kommen Speedskate-Anfänger dann lieber zu uns, weil es ihnen bei den “Speedies” zu heftig ist. Jeder wie er will und ganz ohne Eifersüchteleien. Muss dann eben vom Interesse her passen.”

Skati:

“Das klingt tatsächlich nach einem guten Miteinander unter den verschiedenen Rollsportarten…”

Frank:

“Ja klar, da wir ja alle irgendwie dieselbe “DNA” haben, (Anmerkung der Red.: „das Eislaufen“) ist da natürlich die Verwandtschaft zu sehen. Der Spaß an der Bewegung treibt uns alle an! Wer beispielsweise schon mal bei einem Freestyle-Battle zugeschaut oder den Widerhall des lauten „Surrens“ von Skaterollen gehört hat, die im Gleichtakt die Grunewaldstrasse beim Berlin Marathon runterrasen, weiß was ich meine. Gänsehaut pur!”

Skati:

“Man merkt ein ganz kleines bisschen deine Begeisterung… 🙂 Warum aber ist das Inlineskaten nicht olympisch?”

Frank:

“Das wissen nur die olympischen Götter… Angesichts dessen, dass es alleine in Deutschland über 1,2 Millionen Freizeitskater gibt und der Sport weltweit eine enorme Akzeptanz erfährt ist, das nicht wirklich nachvollziehbar. Es gab in der Vergangenheit tatsächlich  Bewerbungen für das Speedskaten beim Internationalen Olympischen Komitee, aber diese wurde abschlägig beschieden (Beispiel: Link zum Bewerbungsvideo 2008). Bei den 2018 stattgefundenen olympischen Winterspielen sind dann aber Eisspeedskaten und Shorttrack die absoluten Hingucker und Publikumsmagnete. Bei den Sommerspielen wird der Sport aber gar nicht bedient – wobei bemerkenswerter Weise Sommer wie Winter sogar teilweise dieselben Spitzensportler antreten (Bart Swings, Chad Hedrick, etc.). Daher ist und bleibt das nicht nur für mich nicht nachvollziehbar.”

Skati:

“Und wie geht es jetzt weiter mit dem SRC Berlin? Was sind eure Visionen?”

Frank:

“Natürlich möchten wir weiterhin ein interessantes Angebot für den “Anfänger” haben, aber auch dem versierteren langjährigen Mitglied etwas bieten. Im Vordergrund steht dabei nicht die Quantität, sondern die Qualität unseres Gesamtangebots. Unser Ziel bleibt der Spaß an “unserem” Sport mit begeisterten, aktiven Mitgliedern, die sich einbringen und gern auch mal Neues ausprobieren, egal ob das nun “exotische” Wettkämpfe außerhalb der heimatlichen Gefilde oder ungewöhnliche Skate-Touren sind.

Als Beispiel ist das 24h Mannschaftsskaten in Le Mans ein Fernziel oder das nächtliche Mittsommerskaten auf der Havelchaussee wieder ein mittelfristiges Ziel. Hier ist das Mitwirken aller Mitglieder gefragt, dann sind wir für jede Schandtat zu haben.

Skati:

“Das war ein sehr informatives gespräch. Ich danke dir dafür und wünsche dem SRC Berlin für die Zukunft weiterhin alles Gute! ich denke, wir sehen uns dann mal beim Training ;-)”

Frank:

“Sehr coole Idee, genauso machen wir das. Vielen Dank für deinen Besuch und bis bald im Stadion. Wie ich sehe, hast du keine Protektoren. Damit helfen wir dir dann gerne aus :-)”